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Entfaltung der Menschheit denn doch unuebersteigliche Hindernisse in den
Weg stellt. So ist denn eben die Naturumgebung der Grund, dass wir die
roheren Naturvoelker nie sehr zahlreich sehen; die Natur erheischt ein
Leben, welches dem Gedeihen der Menschheit nicht zutraeglich ist. Die
geringe Zahl der Neuhollaender ist zweifelsohne bedingt durch die
erstaunlich unfruchtbare Natur ihres Landes, denn wenn auch Grey (1,
239) Recht hat gegen Sturt und viele Andere, dass der Nahrungsmangel in
Neuholland nicht so gross ist, als er gewoehnlich gemacht wird, und
allerdings gibt er fuer den Suedwestdistrikt des Welttheils, fuer eine
Ausdehnung von 2-300 Meilen (2, 299) eine reiche Menge Nahrungsmittel an
(2, 263-64); so sind dieselben doch immer erst weit zerstreut, muessen
gesucht werden und sind oft, im einzelnen betrachtet, elend genug. Sie
zu vermehren, anzubauen haben die Eingeborenen nicht Kultur genug, auch
finden sich kaum unter den Pflanzen und Thieren Neuhollands solche, die
zu eigentlichen Kulturpflanzen oder Hausthieren brauchbar waeren; zu
sammeln aber sind die Neuhollaender, wie wir schon bei der Betrachtung
ihres Charakters sahen, zu indolent, zu traege. Wir muessen hier die
ausserordentlich hemmenden Schranken der Natur anerkennen, die jedoch
nur dann erst wirklich fuer den Bestand eines Volkes gefaehrlich werden,
wenn noch andere Bedraengnisse hinzukommen. Ueber viele Distrikte
Amerikas muss man, mehr oder minder, dasselbe sagen, in mancher
Beziehung auch von Suedafrika. Und fast noch unguenstiger gestellt ist
Polynesien schon in seinen hohen Inseln, die meist im Innern so steil
und unwegsam sind, dass sie, wie Tahiti und Nukuhiva, nicht bewohnt
werden koennen, oder grosse unfruchtbare Strecken hinter ihren meist
ueppigen Uferstrecken bergen, wie die Fidschis und viele der
Hawaiiinseln, und die, wenn sie auch durch und durch bewohnbar waeren,
doch schon durch ihre verschwindende Kleinheit in dem ungeheuren und
gefaehrlichen Ozeane ihren Bewohnern ein Hinderniss sind. Hier ist die
Schifffahrt nicht so leicht, wie im Mittelmeer und eine
Kuestenschifffahrt ganz unmoeglich. Grosse Thiere gibt es gar nicht ausser
dem zum Hausthier im wahren Sinne ungeeigneten Schwein und einigen
Hunden, welche aber ihre Hundenatur fast abgelegt haben und Mastvieh
geworden sind. Nutzpflanzen gibt es genug, aber so reichlich, dass weder
geistige noch leibliche Anstrengung, ja kaum Thaetigkeit noethig ist, um
hinlaenglichen Vorrath zu bekommen, oder so wenig, wie auf Neuseeland
(natuerlich zur Zeit der Entdeckung), dass trotz aller Anstrengung die
Nahrungsmittel sich nicht sehr heben konnten. Und nun gar die kleineren
Inseln, die fast immer unfruchtbaren Korallenringe, welche meist, wie im
oestlichen Polynesien und in Paumotu, nur den Pandanus mit seinen
kuemmerlich naehrenden Fruechten und, aber noch nicht einmal ueberall, z.B.
in der noerdlichen Ratakkette nicht, die Kokospalme hervorbringen, den
Brotbaum und die anderen Nahrungspflanzen der Suedsee, welche feuchten
Boden verlangen, wie Tacca und Arum, nur seltener oder nur erst nach
sehr muehevoller Bearbeitung des harten Korallengrundes gedeihen lassen,
Thiere aber, ausser zahlreichen Ratten, gar nicht besitzen. Dazu kommt,
dass graessliche Orkane, denen nichts zu widerstehen vermag, auf Tahiti,
den Paumotu- und Herveyinseln, auf Tonga, den Karolinen, den Marianen,
kurz so ziemlich ueberall, die Vegetation gar nicht selten so vollstaendig
vernichten, dass aeusserste Hungersnoth eintritt. Auf den Inseln suedlich
vom Aequator sollen Stuerme der Art nach Moerenhout (2, 365) nicht oefter
als alle 8-10 Jahre vorkommen, also gerade oft genug, um eine reiche
Entwickelung der Bevoelkerung unmoeglich zu machen. Denn ihre Gewalt ist
so, dass an irgend welchen Schutz oder Widerstand gar nicht zu denken
ist. Daher ist es denn begreiflich, dass man den Kindermord, wie
Chamisso mit solchem Entsetzen von den Ratakinsulanern erzaehlt, dort und
auch sonst noch (z.B. auf Tikopia) geradezu gesetzlich regulirte, um die
Inseln vor Uebervoelkerung zu behueten; begreiflich ferner, wie
Hochstetter auf den Gedanken kam, dass der Kannibalismus auf Neuseeland
durch den Hunger eingefuehrt sei. Ist nun zwar letztere Ansicht gewiss
nicht richtig, wie sich leicht aus dem was wir ueber den Kannibalismus
schon gesagt haben, ergibt; so ist es doch sicher, dass in einzelnen
Gegenden Polynesiens, z.B. in Nukuhiva, bisweilen der Hunger zum
Auffressen naher Verwandten trieb. Auch in Amerika, namentlich im
Norden, gibt es Voelker, die durch die aeussere Noth gezwungen, zum
Kannibalismus gebracht sind (Waitz 3, 508; 4, 251).
Dass auch die Aleuteninseln durch ihre Naturbeschaffenheit keine reiche
Entwickelung ihrer Bevoelkerung zulassen, ist klar; und dasselbe gilt von
Kamtschatka, ueber dessen Natur von neuern Schriftstellern v. Kittlitz
trefflich gehandelt hat.
Alle die besprochenen Laender machen eine grosse geschichtliche
Entwicklung von vornherein so gut wie unmoeglich. Einfoermigkeit ist das
Zeichen der meisten; und historische Schicksale, das wirksamste Mittel,
die Menschheit zu heben, konnten ihre Bewohner so gut wie gar nicht
treffen. Dadurch aber konnten sie sich nicht ueber die Natur, wie z.B.
die Indogermanen, die Semiten gethan, erheben, so dass diese von ihnen
beherrscht waere. Und nehmen wir auf der anderen Seite Voelker mit den
Sitten, wie wir sie bisher geschildert, in unguenstiger Natur, so
leuchtet wohl ein, wie gerade ihnen gegenueber schaedliche Natureinfluesse
von doppelter Gefahr sein mussten.
Sec. 13. Aeussere Einfluesse der hoeheren Kultur auf die Naturvoelker.
Wir koennen nun erst, nachdem wir betrachtet haben, was in der Natur und
Lebensweise dieser Voelker selbst einen fruehen Untergang Begruendendes
liegt, die Einfluesse genauer erwaegen, welche ihre Beruehrung mit anderen
meist hoeher kultivirten Voelkern und namentlich mit den Kulturvoelkern
Europas und Amerikas hervorgebracht hat.
Es sind hier zunaechst Einfluesse zu erwaehnen, welche obwohl durchaus
nicht feindselig, ja haeufig nur gut gemeint dennoch physisch wie
psychisch die gewaltsamsten Wirkungen haben mussten und hatten und
haben.
Zunaechst ist es die Umaenderung des aeusseren Lebens der Naturvoelker,
welche uns, wie sie durch jene Beruehrung unvermeidlich war, beschaeftigen
muss.--Die ganze Lebensart dieser Voelker war durch lange fast
instinktive Auswahl, dem Klima, den Bodenverhaeltnissen, ihrer ganzen
aeusseren Natur so entsprechend oder wenigstens die Natur dieser Voelker
hatte sich durch lange Gewoehnung so mit dieser Lebensart assimilirt,
dass jede auffallende Aenderung, namentlich wenn sie ploetzlich kam, wenn
sie sich ueber mehreres erstreckte, oder gar wenn sie bloss halb, bloss
zeitweilig durchgefuehrt wurde, die groessten Revolutionen in ihrem
gesammten Wesen hervorbringen musste. Auch hier ist wieder auf die
unendliche Macht einer sich stets verstaerkenden Vererbung hinzuweisen,
wie sie durch Jahrhunderte, Jahrtausende lange Gewoehnung, durch ueberaus
allmaehliche Angleichung die Menschennatur so fest auch an unguenstige
Einfluesse gewoehnen kann, dass eine Abwendung von ihnen fuer den
Augenblick nur schaedlich zu wirken scheint.
So finden wir das koerperliche Leben der Naturvoelker im engsten Einklang
mit den Naturumgebungen und ihren Einfluessen. Vor der Bekanntschaft mit
den Europaeern oder Amerikanern (die immer, was gestattet sein moege,
mitgemeint sind, wenn im Folgenden einfach nur von den Europaeern und
ihrem Einfluss die Rede ist) waren daher die Naturvoelker durchaus
gesund, obwohl einzelne Seuchen ab und zu schon damals bei ihnen
vorkamen: nie aber kannten sie die chronische Kraenklichkeit kultivirter
Nationen.
So war es mit der Kleidung. Die Neuseelaender trugen Kleider von
Mattenzeug, welches aus den Blaettern der neuseelaendischen Flachslilie
(Phormium tenax) geflochten war--auf welchen Matten man auch
schlief--und seltener und nur die Fuersten einen Mantel aus
zusammengenaehten Hundefellen (Dieffenbach 2, 153). Statt dieser kuehlen,
die Haut nur schuetzenden, kaum erregenden Kleidung, welche auch (fuer
Neuseeland sehr wichtig, wo es sehr oft, meist nur voruebergehend,
regnet) die Naesse nicht lange hielt, tragen sie jetzt wollene Decken,
die, abgesehen davon, dass sie dem Ungeziefer eine willkommene Zuflucht
sind, die Haut reizen, die Feuchtigkeit sehr lange halten und einen viel
staerkeren Wechsel in der Temperatur des Koerpers hervorbringen. Denn wie
die Maoris frueher ihre Phormiummatten bei irgend welcher Arbeit oder
sonstigen Gelegenheit leicht ablegten, gerade so machen sie es, ganz
ohne Ruecksicht, ob sie warm sind, ob nicht, auch mit den Wollendecken
jetzt (Dieffenbach 2, 18). Ganz aehnlich schildert das Jarves 370 von
Hawaii. Fuersten und Volk, sehr begierig auf jeden auslaendischen Stoff,
gleich viel ob es Matrosentuch oder das duennste chinesische Gewebe war,
trugen alles ganz ohne Unterschied, und so kamen sie bald nach ihrer
alten Art, bald anders, bald mit einer Mischung von beiden bekleidet;
derselbe, der laengere Zeit eine solche Kleidung trug, erschien dann
wieder viele Tage lang nackt. Je schoener das Wetter war, um so
reichlicher bekleidet gingen sie, um zu paradiren, bei schlechtem Wetter
aber meist nackt, um die Kleidung zu schonen; nackt daher auch in der
ganzen Jahreszeit des Winters, und im Sommer bekleidet. Jarves wie
Dieffenbach finden daher mit vollem, Recht in dieser Veraenderung und in
dieser Art der Neuerung eine aeusserst wirksame Ursache fuer den Verfall
der Gesundheit dieser Voelker. Diese Ursache aber wirkt ueberall, wo
Natur- und Kulturvoelker zusammentreffen: sie musste eintreten, weil
schon die Missionaere eine etwas decentere Bekleidung als die meisten
Naturvoelker kannten, verlangen mussten.
Auch eingefuehrte Nahrungsmittel (abgesehen von den Spirituosen) waren
den Naturvoelkern schaedlich: so nach Dieffenbach a.a.O. fuer die
Neuseelaender die Einfuehrung des Maises, den sie halb gegohren verbacken
und durch dies aeusserst ungesunde Brot sich sehr schaden. Salz, sagt er,
was sie frueher in den Seethieren genossen, essen sie jetzt gar nicht
mehr, denn ihre fast einzige Nahrung ist die Kartoffel; diese aber,
abgesehen davon, dass ihr ausschliesslicher Genuss ueberhaupt schaedlich
ist, wirkte noch dadurch unguenstig, dass sie bei der wenigen Pflege, die
sie verlangt, ganz und gar nur von Sklaven und Weibern besorgt wird,
ohne die Maenner nur zu irgend welcher Thaetigkeit anzuregen. Was wir hier
an dem einen Beispiel zeigten, gilt natuerlich wiederum fuer einen ganzen
Kreis dieser Voelker.
Auch der Hausbau hat sich vielfach geaendert, wenigstens in Polynesien,
da hier fast allein ein annaehernd freundliches Verkehren der Europaeer
mit Eingeborenen sich entwickelt hat. In Polynesien war man frueher an
sehr luftige, reinliche Haeuser, die fast nur aus einem sehr tief
herabreichenden Dache bestanden, gewoehnt. Jetzt aber kommen mehr und
mehr mit Hintansetzung der altheimischen Art Haeuser oder Baracken auf,
die nach europaeischer Art gebaut der fuer jene Gegenden so noethigen
Ventilation fast ganz entbehren und, da nun noch dazu nach alter Sitte
viele Menschen in einem solchen Raum zusammen wohnen und schlafen, durch
den grellen Gegensatz gegen das von frueherher Gewohnte den schlimmsten
Einfluss haben (z. B, Dieffenbach 2, 68-71).
Namentlich war es der Adel in Polynesien, der diese Aenderungen
vornehmlich, da er mit den Europaeern in genauere Beruehrung kam und
groessere Mittel hatte, bei sich einfuehrte: gerade aber der Adel ist vom
Aussterben weit mehr und rascher ergriffen, als das Volk--so namentlich
in Hawaii--und es ist diese Erscheinung nicht so zu erklaeren, dass man
beim Adel, weil er geringer an der Zahl sei, das Hinschwinden klarer
saehe: denn hiergegen sprechen die Verhaeltnisszahlen so wie der Umstand,
dass in der ersten Zeit der Adel vornehmlich von Krankheit u. dergl.
heimgesucht war, bis das Verderben sich weiter ausbreitete. Es nimmt das
um so weniger Wunder, als auch der Adel es war, welchem die meisten der
geschilderten polynesischen Ausschweifungen zur Last fallen. Das meiste
ueberhaupt, was vorzueglich in aelteren Reisebeschreibungen von Polynesien
gesagt wird, geht auf den Adel, da dieser bevorzugte Stand mit so
hervorragenden Fremdlingen, als die Europaeer waren, zu verkehren nach
polynesischen Begriffen fast allein das Recht hatte. Wo aber diese
Voelker wenigstens nicht halb und nur zeitweilig, sondern ganz und fuer
immer die europaeischen Sitten, Kleidung, Wohnung, Lebensart u. s. w.
annehmen, da bleiben sie weit ungefaehrdeter, wie dies Dieffenbach a. a.
O. von den Neuseelaendern nachweist. Den skrophuloesen Habitus so vieler
Maorikinder an der Kueste erklaert er dagegen nur durch die ungeeignete
und halbe Aenderung der einheimischen Lebensweise.
Auch die Ausbreitung der Weissen beschraenkt und beschaedigt natuerlich,
schon durch sich selbst und ohne boeswillige Absicht der sich
Ausbreitenden, die Naturvoelker in hohem Grade. Auf den kleinen
polynesischen Inseln z. B., doch auch sonst und ueberall sind die
Lebensmittel bei so riesig durch die Europaeer gesteigertem Verkehr viel
werthvoller und dadurch immer knapper geworden. Man denke nur, um dies
Beispiel aus Polynesien auszufuehren, was alle die Schiffe brauchen,
welche zu Papeiti oder gar zu Honolulu vor Anker gehen, um sich zu
verproviantiren. Und sollte man denken, dass grade dies groessere
Beduerfniss ein Sporn fuer die Eingeborenen sei, der sie weiter bringe in
der Kultur, im Ackerbau, Handel u. s. w.: so erwaege man, dass jetzt kaum
ein Jahrhundert seit der ersten Entdeckung (die spanischen Besuche auf
den Inseln, welche frueher fallen, abgerechnet) verflossen ist, dass in
einem so kurzen Zeitraum aber, wo so mannigfache Schicksale auf die
Eingeborenen einstuermten, sich der Ackerbau noch gar nicht so entwickeln
konnte, dass er diesen massenhaften Anforderungen entspraeche; und dass
zu grosse Forderungen eben nicht mehr anspornen, sondern erschlaffen,
erdruecken. In anderen Gegenden gestaltet sich dieselbe Sache anders,
aber die Resultate bleiben gleich.
Die Neuhollaender freuen sich, wenn sich in ihrem Gebiete Europaeer
niederliessen, sie wuenschten es und forderten sie dazu an vielen Orten
auf. Allein die naechste Folge war, dass sie in eine sehr elende Lage
geriethen: denn (abgesehen von anderem, was wir spaeter besprechen) ihre
Jagdthiere verminderten sich auf der Stelle, ja sie verschwanden, theils
verdraengt oder verjagt, theils ausgerottet von den meist sehr
jagdlustigen Einwanderern (Lang bei Grey 2, 234-35). Daher sagte ein
Australier sehr richtig zu einem Europaeer: "Ihr solltet uns Schwarzen
Milch, Kuehe und Schafe geben, denn ihr seid hergekommen und habt die
Opossums and Kaenguruhs vertilgt. Wir haben nichts mehr zu essen und sind
hungrig" (Bennet bei Waitz 1, 183). Die brauchbaren Gras- und
Weidestrecken nahmen die Europaeer mehr und mehr im Lauf der Jahre ein in
Neuholland, Neuseeland, Afrika, Amerika, die fruchtbaren Kuestenstriche,
sonst der gewoehnliche Aufenthalt der Eingeborenen, haben sie ganz und
gar inne, das Land erklaeren sie fuer ihr Eigenthum, und da sie sich man
kann wohl sagen taeglich mehr und mehr ausbreiten, so draengen sie schon
durch ihre blosse Existenz die Eingeborenen in die Waelder, die Berge,
die Wildniss zurueck; so dass es denn gar kein Wunder ist, wenn die
Eingeborenen schon hierdurch allein "wie von einem giftigen Hauche
beruehrt" (oder wie die Phrase lautet) verkommen. "Als der weisse Mann,
so sagte der Cherokeehaeuptling Bunteschlange in einer Rede, sich gewaermt
hatte am Feuer des Indianers, und sich gesaettigt an seinem Maisbrei, da
wurde er sehr gross, er reichte ueber die Berggipfel hinweg und seine
Fuesse bedeckten die Ebenen und die Thaeler. Seine Haende streckte er aus
bis zum Meere im Osten und Westen. Da wurde er unser grosser Vater. Er
liebte seine rothen Kinder, aber sprach zu ihnen: ihr muesst ein wenig
aus dem Wege gehen, damit ich nicht von ungefaehr auf euch trete. Mit dem
einen Fuss stiess er den rothen Mann ueber den Okonnee und mit dem
anderen trat er die Graeber seiner Vaeter nieder. Aber unser grosser Vater
liebte doch seine rothen Kinder und aenderte bald seine Sprache gegen
sie. Er sprach viel, aber der Sinn von Allem war, nur: geht ein wenig
aus dem Wege, ihr seid mir zu nahe. Ich habe viele Reden von unserem
grossen Vater gehoert und alle begannen und endeten ebenso" (Waitz 3,
144). Chamisso, einer der wenigen, die sich in Deutschland fuer die
Stellung jener Voelker interessirten, hat dieser Rede ergreifenden
Ausdruck verliehen in einem seiner Gedichte (Werke 4, 86). Sie ist
bekannt genug: und wenn auch in ihr der ethische Gedanke die Hauptsache
ist, so kann doch auch die Schilderung der Thatsachen nicht schlagender
gegeben werden.
Und doch, auch wenn man den Eingeborenen genuegenden Landbesitz und Jagd
und Lebensmittel genug sichern koennte, wir wiederholen es: die totale
Umwaelzung ihres ganzen leiblichen Lebens, das, wie wir eben gesehen,
sich nach jeder Richtung hin aendern musste durch die ploetzlich
hereinbrechende Kultur, wird auch wenn keine Halbheiten,
Ungeschicklichkeiten u. dergl. vorkommen, wenn alles gleich so trefflich
als moeglich eingerichtet waere, den gefahrvollsten Einfluss auf die
Naturvoelker haben und je mehr, je ploetzlicher sie kommt. Denn je laenger
physische Gewohnheiten schon bestehen, um so fester sind sie und um so
gefaehrlicher ist es fuer die menschliche Natur, wenn sie ploetzlich
gebrochen werden sollen. Auch hierin ist Leib und Seele einem Gesetze
unterworfen: dem Gesetze der Beharrlichkeit. Wie eine Fluessigkeit,
welche man in einen bestimmten Kreislauf gebracht hat, diesem Laufe
immer williger und rascher folgt, aber wild in ungeordnete Wirbel
zusammenschaeumt, wenn man sie nach der entgegengesetzten Richtung hin
zwingen will, bis sie sich endlich und allmaehlich diesem Neuen gewoehnt:
so musste das natuerliche Leben dieser Voelker in Aufregung und Unordnung
kommen, als es so ploetzlich von der uebermaechtigen Kultur unterbrochen
wurde, an die es sich erst langsam und sehr allmaehlich gewoehnen wird. So
werden denn einzelne wohl, nie aber ein ganzes Volk rasch und ploetzlich
sich eine so totale Umaenderung, wie hier noethig, und kaeme sie unter den
guenstigsten Bedingungen (was hier leider nicht geschah), aneignen
koennen. Nur so ist sicher die Nachricht zu verstehen, die wir vorhin
Dieffenbach entlehnten, dass die Neuseelaender, wo sie vollkommen
europaeisch lebten, auch gesund seien: wobei denn immer noch zu erwaegen
bleibt, dass Dieffenbach erst 1840 seine Beobachtungen anstellte, also
ueber zwei Generationen (70 Jahre) nach der ersten Entdeckung der Insel.
Allein man koennte sagen: und doch haben andere Voelker dasselbe
ploetzliche Hereinbrechen einer uebermaechtigen Kultur durchgemacht und
ueberwunden. Man koennte unsere eigenen Vorfahren, die alten Deutschen
nennen. Und doch, welch ein ungeheurer Unterschied hier in Allem! Denn
erstens war die griechischroemische Kultur, wie sie zu den Germanen kam,
unendlich bequemer als die moderne, wie sie die Naturvoelker annehmen
sollen; zweitens standen die Germanen in jeder Weise, auch in ihrer
leiblichen Beschaffenheit, jener Kultur und ihren Traegern bei weitem
naeher als die Naturvoelker den Europaeern; drittens brach dieselbe nicht
so unaufhaltsam, so ploetzlich, so ruecksichtlos ueber die Germanen herein,
wie ueber jene Voelker, sondern ganz allmaehlich, durch Jahrhunderte langes
Vertrautwerden mit dem Einzelnen, wobei das romanisirte Gallien keine
unbedeutende Vermittlerrolle spielte; und endlich kam sie nicht in
solchem Grade feindselig, wie die moderne Kultur ueber die sogenannten
Wilden.
Sec. 14. Psychische Einwirkungen der Kultur.
Und so blieben unsere Vorfahren vor dem namentlich bewahrt, was den
Naturvoelkern so verhaengnissvoll wurde: vor dem geistig deprimirenden
Eindruck, den die Kultur auf die Naturvoelker macht. Die Germanen fanden
Gelegenheit selbstaendig siegend in dem Land ihrer geistigen Besieger
aufzutreten: sie behielten stets das gegruendete Bewusstsein eigenes
Werthes und dass sie nicht in jeder Beziehung untergeordnet seien. Sie
standen den Roemern gegenueber wie der Schueler dem Lehrer, der des
Schuelers geistiges Leben leitet, corrigirt, erhoeht, aber nicht verletzt,
vernichtet, verhoehnt.
Ganz anders aber die Naturvoelker. Ihr Geistesleben, alles, was sie
dachten, fuehlten und glaubten ist ihnen durch ihr Bekanntwerden mit den
Europaeern was sollen wir anders sagen als geradezu (und oft mit der
boshaftesten Absichtlichkeit) vernichtet worden. Hierdurch wurden
selbstverstaendlich je gebildeter die Voelker waren, sie um so haerter
betroffen; so dass vieles von dem im folgenden Entwickelten auf die
rohesten Staemme Suedamerikas oder Neuhollands keine Anwendung findet.
Zunaechst die Religion. Die meisten Naturvoelker sind von sehr reiner und
inniger Religiositaet, bei allen Abgeschmacktheiten und Monstrositaeten
ihres Glaubens. So waren es die Mexikaner. Ihre Religion (Waitz 4, 128)
war es, welche ihnen ihre hohe und reine Moral eingab, deren
Grundgedanke--zugleich ihr festester und untrueglichster Schwur (Waitz 4,
154)--war: sieht mich nicht unser Gott? Und alles, was die Religion
schweres von ihnen forderte, wurde treu und gewissenhaft und mit aechter
und inniger Andacht von ihnen, nach Cortez eigenem Zeugniss (Waitz 4,
154) ausgefuehrt, Ihre vielen Eroberungskriege waren, wie wir schon
sahen, alle von dem Gedanken geleitet, ihre Religion auszubreiten ueber
alle Welt. Nicht anders, nach Waitz Schilderung (4, 447 ff.) die
Peruaner. Gleichfalls in hohem Grade gottesfuerchtig sind die
Nordindianer (Waitz 3, 205), die keine Handlung ohne Gebet unternehmen,
die alle schweren von der Religion verlangten Peinigungen mit der
groessten Gewissenhaftigkeit vollfuehren. Und so haben alle diese Voelker
ueberall zaehe an ihren Religionen gehalten.
Etwas anders steht die Sache in Polynesien. Nicht als ob die
polynesischen Voelker nicht von gleich tiefer Religiositaet waeren; was
z.B. schon die bekehrten Eingeborenen beweisen, in deren Hand jetzt der
groesste Theil der Suedseemission ist. Aber die ganze Bevoelkerung war
sittlich minder rein als die Amerikaner und befand sich schon zur Zeit
der Entdeckung, wie Meinicke (b) nachgewiesen, in einem Zustande auch
des geistigen Verfalls. Daher erklaert sich die auffallende Erscheinung,
dass die Polynesier (Dieffenbach 2, 50 vom ganzen Ozean) und nach
Chamissos Zeugniss auch die Mikronesier sich leicht bewegen lassen, ueber
ihren frueheren Aberglauben selbst zu lachen und ihn aufzugeben. Doch
auch sie fuegen sich und nicht bloss aus Herkommen mit freudigstem
Gehorsam den beschraenkendsten Gesetzen ihrer Religion, z.B. den
Tabu-Gesetzen, d.h. den Bestimmungen, durch welche Gegenstaende aller Art
heilig gesprochen und dem unheiligen Volk gaenzlich entzogen werden,
sowie der uebergrossen Adelsverehrung und anderem der Art. Und nur da
haben sie ihre Religion wirklich und ohne Widerstand aufgegeben, wo sie
durch die Mission wirklichen religioesen Ersatz bekamen. Gegen
feindselige Angriffe auf ihre Religion, mochten sie absichtlich oder nur
zufaellig sein, haben sie sich immer aufs heftigste aufgebracht gezeigt
und eine Menge Ueberfaelle, Kriege, ja Cooks Tod selbst sind nur durch
solche Verletzungen ihrer Tempelplaetze oder sonstigen Heiligthuemer
hervorgerufen.
Aber selbstverstaendlich war es gerade die Religion, gegen welche sich
die heftigsten und ersten Angriffe der Kulturvoelker richteten. Das
brauchte nicht mit der brutalen Roheit der Conquistadoren und ihrer
Pfaffen in Amerika oder der Sendlinge Frankreichs in den letzten
Jahrzehnten, der Laplace, Dupetitthouars u.s.w. in der Suedsee zu
geschehen: auch die edelsten der Europaeer mussten sich gegen diese
Religionen wenden, um sie zu zerstoeren, und so sahen die Eingeborenen
ihr Heiligstes vernichtet, ja als durchaus schlecht und nichtswuerdig
verachtet. Aus dem Vorstehenden aber kann man ermessen, wie vernichtend
dieser Schlag ihr geistiges Leben traf.
Ebenso war es mit den politischen Einrichtungen: und auch hier muessen
wir wenigstens auf einige Hauptpunkte hinweisen. Die despotische
Verfassung, das strenge Adelsregiment der Suedsee (um bei den Polynesiern
zunaechst zu bleiben), haben wir schon betrachtet. Aber mochte der Adel
sich noch so hoch ueber das Volk stellen, das Volk aufs aergste
unterdruecken: er war doch von Gott, man hing ihm doch mit warmer
Verehrung an, man brachte in den meisten Faellen sein Gut und Blut mit
aufrichtigem Eifer dar--lohnte doch eine solche Aufopferung mit einem
besseren oder ueberhaupt mit einem Leben nach dem Tode! Jedenfalls
beruhte auf diesem Verhaeltniss des Adels, der naturgemaess die stolzeste
Meinung von sich hatte und sich keineswegs den europaeischen Grossen
untergeordnet fuehlte, und des Volkes das gesammte oeffentliche Leben
Polynesiens und Mikronesiens und hier wieder vorzueglich der Marianen.
Durch den Einfluss der Europaeer aenderte sich das alles und so sehr auch
das Volk nachher dadurch gewann: fuer den Augenblick musste es die
Einrichtungen, die ihm seit Jahrtausenden gewohnt und ehrwuerdig waren,
aufgeben und die, welche es vordem gleich Goettern geachtet hatte, von
den Europaeern keineswegs besonders hochgestellt, ja oft mit Verachtung
oder gar mit schreiendster Ungerechtigkeit behandelt, zum Theil wie auf
den Marianen blutig verfolgt und vernichtet sehen. Der Adel selbst aber
war noch schlimmer dran. Er war, bei voelliger Unumschraenktheit, der
festen Ueberzeugung, von ganz anderem Stoff zu sein, als das gemeine
Volk, er stellte sich ganz den hoechsten Europaeern gleich und wusste
sich, wie Liholiho, Tamehameha I. Sohn in England bei seinem Aufenthalt
unter der englischen hoechsten Aristokratie bewiesen hat, diesen auch im
aeusseren Benehmen ziemlich gleich zu halten. Und nun fand er sich von
den Europaeern, oft von den gemeinsten Matrosen, nicht nur nicht goettlich
verehrt, sondern verachtet, dem gemeinen Volke ganz gleich, und
jedenfalls tief unter jeden Weissen gestellt, er fand sich von der
Gesellschaft in den meisten Faellen (wo sich eine wirklich europaeische
Gesellschaft bilden konnte) entweder ausgeschlossen oder doch nur
geduldet! So geschah es zu Neuseeland--man kennt ja den Hochmuth der
englischen Race einer farbigen Bevoelkerung gegenueber--so, seit der
gloriosen franzoesischen Occupation, zu Tahiti, so einige Jahrhunderte
frueher auf den Marianen, wo der Adel in den blutigen Kaempfen ganz zu
Grunde ging.
Noch viel schlimmer, weil die Zerstoerung gruendlicher war, wirkten diese
Dinge in Amerika. Denn auch hier war Volk und Herrscher durch Bande
grosser Anhaenglichkeit und Religiositaet verknuepft. Der Herrscher, der
aus dem hohen Adel gewaehlt wurde, und mit ihm der hoechste Adel war, wie
wir schon sahen, Stellvertreter Gottes auf Erden und daher
unumschraenkt. Wie rein und tief man in Mexiko, trotz alles Absolutismus,
die Stellung des Herrschers auffasste, geht aus den Reden hervor, die
man bei seiner Inauguration an ihn richtete und welche nicht nur nach
Waitz 4,68 "zu dem Schoensten und Erhabensten gehoeren, was von den
Azteken noch uebrig ist", sondern ueberhaupt zu dem Schoensten und
Erhabensten, sicher zu dem Wahrsten, was man je Koenigen gesagt hat. Die
Steuern und Frohnen, unter denen, nach den alten spanischen
Schriftstellern, das Volk seufzte, sind nach Waitz genauer und
schlagender Untersuchung von den Spaniern aus nahe liegenden Gruenden
sehr uebertrieben worden. Nach alle diesem wird sich die Luecke ermessen
lassen, welche im Gemueth des Volkes nach dem Sturz alles Bestehenden
entstand. "Zurita hat gezeigt, sagt Waitz 4, 186, wie das mexikanische
Volk hauptsaechlich dadurch ins aeusserste Elend gerieth, dass alle
Grundlagen seiner bisherigen politischen und socialen Organisation von
den Siegern zerstoert wurden. Vom mexikanischen Adel ueberlebten nur
wenige den Fall der Hauptstadt und diese wenigen waren meist noch
Kinder. Eine Petition sechs vornehmer Indianer an Karl V. legt dar, wie
der Rest des Adels von den Spaniern niedergetreten und ins Volk
zurueckgeworfen in Armuth und Elend umkam. Eine Tochter Montezuma's ist
im tiefsten Elend gestorben." Man nehme nun dazu, dass auch das gesammte
aeussere Leben, die ganze glaenzende Kultur des Volkes, die reiche
Hauptstadt, die bluehenden Gaerten, die zahlreichen Tempel, dass Alles
zerstoert und oft aufs grausamste und veraechtlichste zerstoert wurde: und
man wird begreiflich finden, dass schon dadurch der Sieger der Seele des
besiegten Volkes einen Todesstoss versetzte. Dasselbe gilt, vielleicht
in noch hoeherem Grade von den Quechuas und den Nordamerikanern. "Mit
einem Fuss stiess er den rothen Mann ueber den Okonnee, und mit dem
anderen trat er die Graeber unserer Vaeter nieder", hiess es in der oben
erwaehnten Rede. Und leider waren es die persoenlichsten und heiligsten
Empfindungen, die man allzu oft und mit der groessten Ruecksichtslosigkeit
verletzte, woran freilich nicht mehr die Kultur, sondern nur ihre Traeger
schuld waren. Das zweite Concil zu Lima bedrohte die Zerstoerung und
Pluenderung der alten Indianergraeber, die Preisgebung der Leichen mit
Excommunication; allein der supremo consejo de las Indias fand der
Schaetze wegen, die sie enthalten koennten, fuer gut, ihre Durchsuchung zu
erlauben (Waitz 4, 493-94). Alles dies musste das unterdrueckte Volk
ruhig mit ansehen: ihr innerstes Leben wurde ihnen vernichtet, ohne dass
sie, die sonst schon aufs fuerchterlichste bedrueckt waren, sich wehren
konnten. Dass aber nicht bloss ihre Todten, dass die Lebenden selbst
noch mehr zu leiden hatten; dass man auf sie, ob sie lebten oder
starben, nicht die mindeste Ruecksicht nahm, dass man also durch
Verletzung der theuersten und heiligsten Gefuehle auch nach dieser Seite
hin den Indianern das aeusserste that, das ist nur allzubekannt. Ein
Nordindianer (Waitz 3, 141) sagte in einer oeffentlichen und viel
erwaehnten Rede: "ich haette sogar daran gedacht, ganz unter euch zu
leben, haette nicht ein Mann mir Boeses gethan. Oberst Cresap ermordete im
letzten Fruehjahr (1774) mit kaltem Blut und aus eigenem Antriebe alle
meine Verwandten, selbst meine Weiber und Kinder verschonte er nicht.
Kein Tropfen von meinem Blut laeuft mehr in den Adern eines lebenden
Wesens." Dies eine Zeugniss genuege.
Eine der hervorragendsten Eigenschaften der Naturvoelker ist ihr Stolz.
Die Amerikaner halten sich fuer die ersten aller Menschen; Geschickt wie
ein Indianer und dumm wie ein Europaeer sind bei ihnen Sprichwoerter
(Waitz 3, 170). Verletzung dieses Stolzes war auch das Haerteste, was sie
unter sich einander zufuegten. Die Polynesier glaubten alles Ernstes, die
Europaeer kaemen zu ihnen, um jetzt erst wahres Leben kennen zu lernen und
an ihrer Glueckseligkeit, an ihrer Vollkommenheit Theil zu nehmen.
Selbstmord aus Scham oder verletztem Ehrgefuehl ist unter ihnen gar nicht
so selten (Dieffenbach 2, 112. Thomson 319. Will. u. Calvert 1, 121
ff.); ihre eigenen Thaten laeugnen sie eben wegen dieses Stolzes nie
(Williams u. Calvert 1, 124; Tyermann u. Bennet 1, 78; Waitz a.a.O.).
Nicht minder empfindlich ist das Rechtsgefuehl aller dieser Voelker,
welches z.B. einen Irokesen, der von Christi Leiden hoerte, ganz wie
jenen Friesenfuersten zu dem Ausrufe zwang: "waere ich dabei gewesen, ich
wuerde ihn geraecht und die Juden skalpirt haben" (Waitz 3, 169). Und
diese Empfindungen, fuer welche Waitz a.a.O. u. b, 147 noch eine Menge
Beispiele zusammenstellt, finden wir ebenso in Polynesien; ebenso
wirksam wenigstens, wenn auch minder frei entwickelt, auch bei den
roheren Voelkern, den Suedamerikanern, Hottentotten, Australiern. Schon
das stete Streben, welches diese Voelker nach Rache haben, beweist es.
Wie grausam aber sind gerade diese Eigenschaften von der Kultur
verletzt! Theils ohne ihre Schuld: denn dass die Naturvoelker gar bald
einsahen, wie sie gegen die Europaeer nichts waeren und nichts vermoechten,
lag in der Natur der Sache. Theils aber tragen auch hier die Europaeer
die schwerste Verantwortlichkeit, denn sie haben die Rechte dieser
Voelker absichtlich mit Fuessen getreten, sie haben, da sie die
Naturvoelker kaum fuer Menschen ansahen, nicht einmal ihr menschliches
Selbstbewusstsein ihnen lassen moegen, sondern auch dieses, und oft von
Staatswegen, wie die Vereinigten Staaten, wie Frankreich in Tahiti, wie
die Englaender in Australien, mit Fuessen getreten; und man tritt es durch
den grenzenlosen Hochmuth und Hass, mit dem man diese Voelker von aller
Gemeinschaft und damit von aller Kultur ausschliesst, nachdem man ihnen
haeufig Land und Lebensmittel genommen, auch ferner mit Fuessen. Und
selbst in ihrem Rachedurst sind alle diese Voelker den Europaeern
gegenueber so ohnmaechtig, gegen welche hoechstens einmal ein vereinzelter
Racheakt Einzelner gluecklichen Erfolg hatte. Mag auch Waitz Recht haben,
wenn er sagt (b, 157), das Rechtsgefuehl der Indianer sei durch den
harten Druck der Weissen weiter und schaerfer entwickelt worden, als es
wohl sonst geschehen sei; so faehrt er doch ebenso richtig fort:
"freilich war davon die naechste Folge fuer sie selbst nur diese, dass sie
ihre Ohnmacht und die Trostlosigkeit ihrer Lage dann um so bitterer
empfanden."
Diese Vernichtung aber des gesammten geistigen und ethischen Lebens der
Nationen kann man gar nicht stark genug betonen, wenn man die Gruende fuer
ihr Aussterben aufsuchen will. Wie nichts ein Volk mehr hebt, als
freudige Achtung vor sich selbst und froehliches Gelingen des von ihm
Erstrebten, so drueckt nichts den Volksgeist tiefer, als das Gefuehl der
eigenen Ohnmacht und Verlorenheit. Zum Gefuehl aber der aeussersten
Ohnmacht und Rechtslosigkeit, des bittersten und doch ganz huelflosen
Ingrimms finden wir alle diese Voelker, Amerikaner, Aleuten und
Kamtschadalen, Neuhollaender, Polynesier und Hottentotten verdammt. "Jede
Race, weiss schwarz oder roth, sagt Elliot bei Waitz 3, 299, muss
untergehen, wenn ihr Muth, ihre Energie und Selbstachtung durch
Unterdrueckung, Sklaverei und Laster zu Grunde gehen." Und nun hatten,
wie wir gesehen, die meisten Naturvoelker schon von Haus aus einen
entschiedenen Hang zur Melancholie, welche durch alle diese Schicksale
natuerlich aufs aergste vermehrt ihren Untergang nur beschleunigte. Man
denke sich nur, wenn wir Europaeer mit allen unseren Kulturmitteln, mit
unserer Religion, kurz mit allen den Vortheilen, die wir den
Naturvoelkern gegenueber besitzen, ihr Loos auch nur wenige Jahre, etwa
eine Generation, zu ertragen haetten, was aus uns werden sollte! Man
denke, wie der dreissigjaehrige Krieg gewirkt hat, dessen Greuel doch bei
weitem durch das, was die Naturvoelker zu leiden hatten, ueberboten
werden: und man wird sich mehr ueber die zaehe Ausdauer, als ueber das
Hinschwinden derselben verwundern. Nur ihre groessere Haerte und
Festigkeit hat sie aufrecht erhalten den Voelkern gegenueber, die sie
anfangs alle, Mexikaner sowohl wie Hottentotten und Neuhollaender, fuer
Goetter hielten!
Musste alles dieses auf das geistige Leben der Voelker und damit auch auf
das leibliche einen vernichtenden Einfluss ausueben, so uebte es den auch
noch auf eine andere Art. Mit der Vernichtung der bestehenden Staaten
war natuerlich auch jedes Recht und Gesetz, welches in denselben
bestanden hatte, aufgehoben. In Mexiko, in Peru aber waren die Gesetze
von grosser Strenge und grosser Wirksamkeit, da sie ueberall in hoechster
Achtung standen und nicht anders war es in Polynesien, wo das Tabu auch
manchen heilsam verbietenden Einfluss hatte. Stuerzte nun das Alles
zusammen, so musste nothwendigerweise eine um so aergere Demoralisation
eintreten, je hoeher frueher die Kultur des zerstoerten Staates gestanden
hatte; eine solche Demoralisation musste aber gerade in einer Zeit einer
so allgemeinen Zerstoerung, wo fuer die Unterliegenden weder leiblich noch
geistig irgend ein Halt blieb, die unheilvollsten Folgen fuer ihr ganzes
Dasein haben und nicht wenige in den genannten Kulturstaaten sind denn
auch gerade durch die unter den Eingebornen einreissende Zuegellosigkeit
zu Grunde gegangen. Und je tiefer, je persoenlich vernichtender die
Angriffe waren, um so mehr natuerlich demoralisirten sie die Voelker: was
sollten die noch irgend etwas scheuen und heilig halten, welche selbst
in ihrem Heiligsten verletzt waren? wie konnten sie noch sich selbst
achten, die von jenen ankommenden Goettern so in Staub getreten wurden?
Ueberall riss in Folge der auf diese Weise nahenden Kultur
Entsittlichung und dadurch immer tieferes geistiges und leibliches
Sinken unter den Naturvoelkern ein. Was nicht unmittelbar vernichtet
wurde, das wurde im Innersten vergiftet und langsames Hinsiechen war die
nothwendige Folge.
Sec. 15. Schwierigkeit fuer die Naturvoelker, die moderne Kultur sich
anzueignen.
Aber wenn auch die europaeische Kultur den Naturvoelkern mit vollkommener
Freundlichkeit und Schonung zugefuehrt worden waere: diese Kultur bot auch
noch ausser denen, welche wir schon gesehen haben, die groessten
Schwierigkeiten und Gefahren, die wir jetzt betrachten muessen.
War es schon keine Kleinigkeit, dass diese Voelker fast alle ihre seit
Jahrhunderten eigenthuemlichen Ideen und Anschauungen aufgeben mussten,
so war es noch viel schwieriger, das aufzunehmen, was die Europaeer
brachten, die ganze unendlich verwickelte moderne Kultur! Das traf
besonders Polynesien und Australien; man denke sich die kleinen
Kokosinseln, die nun ploetzlich sich hineinfinden muessen in die ganze
europaeische Lebensart, in den europaeischen Handel, das europaeische
Recht, die Religion und so vieles andere--und sie muessen mehr als nur
oberflaechliches davon annehmen, wenn sie nicht verloren sein wollen. Um
wie viel gluecklicher waren auch hierin die Germanen, die sehr allmaehlich
eine viel weniger verwickelte Kultur aufzunehmen hatten; und doch wie
lange Zeit brauchten auch sie, bis sie diese Kultur vollkommen sich
assimilirt hatten! Ist es zu viel gesagt, wenn man behauptet, dass dies
erst im vorigen Jahrhundert durch das geistige Durchdringen des
Alterthums ganz geschehen sei?
Einzelne Punkte--denn vieles (Wohnung, Kleidung u.s.w.) ist schon in
dem bisher Behandelten wenigstens andeutend ausgesprochen worden--muessen
wir noch besonders beruecksichtigen. Zunaechst die Bewaffnung. Die
Feuerwaffen sich anzueignen ist weit schwieriger, als die Aneignung der
roemischen Taktik, da sie ausser der leiblichen Uebung noch die
Ueberwindung der Scheu vor Donner und Blitz, durch welche gerade man die
Weissen zuerst als Goetter dokumentirt sah, verlangen; da ihre Wirkung
weit uebernatuerlicher scheint, als die der roemischen Waffen.--Ferner die
Sprache. Uns Europaeern macht es sehr grosse Schwierigkeiten, die Sprache
eines Naturvolkes mit ihren anderen Anschauungen geistig zu erfassen;
und doch steigen wir herab, da jene Sprachen alle in der Entwicklung und
Verbindung der Gedanken so wie in der Fuelle der Anschauung weit weniger
vorgeschritten sind, als die Sprachen des gebildeten Europas; und
zugleich haben wir durch lange Jahrhunderte fortgesetzte Uebung und
ausserdem durch eine Menge von Huelfsmitteln eine viel groessere Kraft,
als jene Voelker, die doch hinaufsteigen muessen, wenn sie eine
europaeische Sprache erlernen wollen. Schon beim blossen Sprechenlernen,
das vom Begreifen und wirklichen Verstehen einer Sprache himmelweit
verschieden ist, muessen sie ihren Geist mit einer ganzen Menge neuer
Anschauungen und Begriffe erweitern, die ihnen frueher aber auch ganz
unbekannt waren--und das meist vom Niveau einer Sprache aus, welche
strenges, logisches Verknuepfen und Ausdenken der Begriffe wenig genug
unterstuetzt.
Nicht anders ist es mit der Religion. Der Abstand von manchen der
Religionen dieser Voelker vom Christenthum mag, wenn auch die meisten
tiefer stehen, nicht groesser sein, als der des germanischen Heidenthums
von letzterem war; aber das Christenthum, was den Germanen gepredigt
wurde, war selbst ein ganz anderes, als was die Missionaere, wenigstens
die protestantischen, heut zu Tage predigen. Dann freilich, wenn man die
Berichte des sehr eifrig katholischen Michelis liest, so ist das, was
die Propaganda z.B. in der Suedsee gepredigt hat, an vielen Orten
ueberhaupt nicht, viel Anderes gewesen, als was jene Voelker schon
wussten: die katholischen Missionaere haben getauft und das Heidenthum
gelassen. Auf der andern Seite aber, wie so ganz unfassbar muss fuer die
ganz sinnlichen Naturvoelker eine so abstrakte Lehre sein, wie die
evangelische, die noch dazu auf Begriffen und Anschauungen beruht,
welche jene Voelker gar nicht haben. Und indem man ihnen das Christenthum
predigte, verlangte man, dass sie die Religion der Maenner annehmen
sollten, welche ihnen so alles Aergste zugefuegt hatten, der Weissen! Ja
hat man sie nicht auch gleich, damit ihnen nichts erspart bliebe, mit
dogmatischen Streitigkeiten beglueckt? In der ganzen Missionsgeschichte
der neueren Zeit ist vielleicht kein so trauriges Ereigniss als das
Auftreten der Propaganda in der Suedsee, wo eben die protestantische
Mission festen Fuss zu fassen und Fruechte ihrer muehevollen Arbeit zu
sehen begann. Das liess der katholischen Kirche nicht Ruhe: sie trat an
einzelnen Stellen mit rohster Gewalt (die dann durch Luegen aller Art
verdeckt wurde) der protestantischen Mission entgegen und brachte zu den
eben bekehrten Heiden den Streit der kirchlichen Parteien. Lutteroth,
den zu widerlegen Michelis sich vergebens bemueht, hat dies scharf und
schlagend bewiesen. Auch Streitigkeiten, die in ihrem eigenen Schooss
entstanden sind, brachte sie zu den Neubekehrten, wie Humboldt b, 5, 133
von Suedamerika erzaehlt. Uebrigens ist auch die protestantische Kirche in
der Schonung solcher Heiden, die von einer andern protestantischen Sekte
bekehrt waren, durchaus nicht uebermaessig zart gewesen. An manchen Orten
(Nordamerika, Afrika u s.w.) hat auch sie statt des Friedens des
Christenthums den Streit der Sekten gebracht. Welchen Einfluss musste
das auf die eben gewonnenen Naturvoelker und deren Charakter machen!
Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass in den meisten Faellen sich
der Mission die Europaeer selbst auf das Heftigste entgegensetzten, da
sie sich durch jene in ihrem oft sehr weltlichen oder besser gesagt
gottlosen Treiben behindert sahen. So war es namentlich in Polynesien,
fast auf jeder Insel (Meinicke, Lutteroth und fast in allen Quellen); so
in Amerika schon im 16. Jahrhundert (Waitz 4, 188; 338); so auch in
Afrika bei Hottentotten, Kaffern, Negern, ueberall. Man sieht, unsere
Kultur verlangt von den Naturvoelkern eine geistige Anstrengung von so
enormer Groesse, dass sie mit einem Male und von einer Generation gar
nicht ueberwunden werden kann. Waehrend aber nun die Europaeer immer
frischen Zuzug neuer Schaaren haben, die sie in ihren Bestrebungen
staerken, waehrend auch bei den Germanen auf die Stelle einer unterlegenen
Schaar eine andere trat, die das, was jene gewonnen hatten, uebernehmend
ausfuehrte, was noch nicht geleistet war, so fehlt es bei der geringen
Kopfzahl der Naturvoelker an solcher kraftgebenden und aushelfenden
Ersatzmannschaft, durch welche die Arbeit sich theilen, die Aneignung
sich leichter und allgemeiner vollziehen koennte. Daher wird der lebenden
Generation eine um so groessere und schwerere Aufgabe gestellt und es ist
schon deshalb klar, dass eine Generation, ja dass zwei, drei
Generationen ihr nicht genuegen koennen. Die Groesse der Aufgabe, die
enorme geistige Anstrengung selbst erschwert aber das gedeihliche
Weiterleben der Generationen durch den geistigen Druck so sehr, dass wir
auch hierauf mit allem Nachdruck hinweisen muessen. Und zweitens muessen
wir auch wieder betonen, dass der Hang zur Melancholie durch solche
Ueberanstrengung, wo in den meisten Faellen nur allzubald sich zeigt,
dass ein auch nur einigermassen befriedigendes Ziel kaum zu erreichen
ist, immer vergroessert wird, ja dass er geradezu Charakterzug der Voelker
werden kann. Und so finden wir es im allgemeinen wie im einzelnen.
Tschudi 2, 286 erzaehlt von einem Botokudenknaben, der von einer Familie
in Bahia sorgfaeltig aufgezogen und dann zum Studium der Medizin auf die
Universitaet geschickt wurde. Er erwarb sich den Doktortitel, uebte auch
eine Zeitlang die Praxis selbstaendig, bis er verschwand. "Eine tiefe
Melancholie war immer der Grundzug seines Charakters." Spaeter erfuhr
man, dass er wieder, nachdem er sich jeglicher Spur von Civilisation,
auch der Kleider, entledigt, als Jaeger durch die Waelder streife. Einen
ganz gleichen Fall von einem jungen Choktaw, der Advokat geworden war,
hernach aber durch Melancholie (woran freilich der Kastenhochmuth der
Nordamerikanischen Weissen mit Schuld war) bis zum Selbstmord getrieben
wurde, erzaehlt Waitz b, 71-72. Diese Faelle zu erklaeren, reicht es nicht
aus, bloss an die "schiefe Stellung" zu erinnern, in welche solche
Individuen gerathen; denn bei jenem Botokuden trifft dies nicht zu, da
in Suedamerika das Verhaeltniss der Farbigen zu den Weissen kein
unguenstiges ist: wesentlich mitgewirkt hat bei ihnen und aehnlichen, wie
wir sie bei Individuen und ganzen Voelkern finden, die ewige Demuethigung
auf der einen, die Ueberanstrengung auf der anderen Seite.
Sec. 16. Behandlung der Naturvoelker durch die Weissen. Afrika. Amerika.
Wir kommen nun zu dem duestersten Punkt in unserer ganzen Schilderung, zu
der duestersten Partie vielleicht in der ganzen Geschichte der
Menschheit: zu der Art, wie die Weissen die Naturvoelker behandelt haben.
Die Laster, die sie ihnen brachten oder bei ihnen befoerderten, brauchen
wir hier, da wir sie schon oben an verschiedenen Stellen erwaehnten,
nicht noch einmal im Zusammenhang zu besprechen. Beginnen wir mit
Suedafrika. Die Hottentotten zeigen sich uns gleich bei ihrem ersten
Bekanntwerden als ein Volk, das frueher eine viel groessere Macht und
Ausdehnung besessen hatte und damals schon in einer Art Verfall war. Von
den umwohnenden afrikanischen Voelkerschaften waren sie ueberall
verdraengt, namentlich von Norden nach Sueden geschoben und nicht nur sehr
vermindert, sondern wie es scheint, auch in ihrem inneren Wesen
gebrochen oder wenigstens, durch die ewigen Kriege und Niederlagen,
wesentlich beschaedigt worden (Waitz 2, 323 ff.). Schlimmeres aber
brachten ihnen die Hollaender, welche sich seit 1652 am Cap niederliessen
und natuerlich den Eingeborenen so viel Land ohne weiteres wegnahmen, als
sie brauchten. Sie brauchten aber, da sie aus Faulheit alles brach
liegen liessen und stets nur frisches Land bebauten, da sie ferner aus
dem gleichen Grund lieber Viehzucht als Ackerbau trieben, sehr viel
Land. Die Hottentotten, welche zu Sklaven zu machen das Gesetz verbot,
machten sie zu ihren Knechten, die, weil man sie nicht verkaufen konnte,
viel schlechter gehalten wurden als Sklaven (Waitz 2, 331). Als freilich
die Englaender 1796 in Besitz des Caps kamen, zeigten sie sich aus
Nationaleitelkeit anfangs zwar sehr empoert ueber das Benehmen der
Hollaender; allein gar bald thaten sie es ihnen in Allem nach (ebd. 332).
Wie man mit "dem schwarzen Vieh", den Hottentotten, verfuhr, zeigt sich
z.B. in folgendem Fall, den Sparmann erzaehlt. Ein Hollaender hatte einen
hottentottischen Knecht, der im Fieber lag und dessen Krankheit durch
eine auf des Herrn Bitte von Sparmann unternommene Kur sehr
verschlimmert wurde; Sparmann suchte den sehr niedergeschlagenen Boer zu
troesten: allein jener fuhr auf: er kuemmere sich den Teufel um den
Hottentotten und seine Seele, wenn er nur einen anderen Ochsenfuehrer, um
seine Butter zu verkaufen, faende (Sparmann 273). Dies war aber kein
vereinzelter Fall, sondern allgemeine Ansicht und so werden wir uns ueber
die Einrichtung der sogenannten Commandos gegen die Eingeborenen, welche
1774 etwa zuerst aufkamen, nicht sehr wundern koennen. Der Bericht eines
Offiziers ueber solch ein Commando bei Waitz lautet (2, 333-34):
"27. Sept. 1792 der erste Kraal angegriffen, 75 Buschmaenner getoedtet, 21
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